Entstehungsgeschichte

Gründung

Das Kooperationsmodell TUSCH Theater und Schule wurde 1998 von Renate Breitig, der damaligen Referentin für Theater und Ästhetische Bildung im Berliner Bildungssenat entwickelt und realisiert. Mit anfänglich zwölf Theatern schuf sie feste Partnerschaften mit einzelnen Oberschulen, innerhalb derer die Begegnung zwischen den Schüler*innen, der Theaterkunst und ihren VertreterInnen erleichtert, angeregt und in verschiedensten Formen realisiert werden konnte. Erklärtes Ziel bei Projektgründung war – mit Blick auf die Schulreform – die Verankerung Kultureller Bildung in den Schulprogrammen.

Weiterentwicklung

Auch auf der Seite der Theater setzte TUSCH in den ersten Jahren bedeutende Impulse. Für viele Theater brachte die TUSCH-Partnerschaft die Erfahrung, dass die fundierte Vermittlung der Theaterkunst durch Spezialist*innen durchaus einen wichtigen Gewinn für die Institution darstellte. Noch 1998 hatte nur ein einziges Theater außerhalb des Kreises der Kinder- und Jugendtheater eine Theaterpädagogin am Haus. Dieses Bild veränderte sich in den folgenden Jahren rasant, mittlerweile verzichtet keine große Bühne mehr auf eine theaterpädagogische Abteilung.

Im Jahre 1999 fand ein erstes großes TUSCH-Fest im Jugendkulturzentrum FEZ Wuhlheide und 2001 die erste TUSCH-Festwoche im Jugend KulturZentrum „Pumpe“ statt, die sich in den Folgejahren mehr und mehr zur Begegnungs- und Präsentationsplattform für die Kulturelle Bildung im Bereich Theater in Berlin entwickelte.“

2002 übernahm der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit die Schirmherrschaft von TUSCH.

TUSCH verstand sich von Anfang an als lernende Organisation, innerhalb derer die aktiven Partner*innen ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen. So entwickelte sich aus der Erfahrung der ersten TUSCH-Jahre und im Austausch mit den Akteuren der ersten TUSCH-Partnerschaften das Konzept des Netzwerks weiter: Die Kontinuität der Partnerschaften (angelegt auf drei Jahre) und die vielfältige Kooperationsstruktur wurde durch eine Kooperationsvereinbarung verankert. Den Kern jeder Partnerschaft bildete ein ab 2004 durch TUSCH finanziertes Projekt, das in eigenständiger Gestaltung durch die Partner (Theatermacher*innen und die Schüler*innen) in eine künstlerische Zusammenarbeit auf Augenhöhe brachte. Für die Aufführung dieser Kernprojekte gab die TUSCH-Festwoche den idealen Rahmen. So konnten auch Schüler*innen anderer Klassen und Schulen an den Ergebnissen teilhaben. Künstlerische Theaterwerkstätten und ein TUSCH Extra Projekt als Freizeitangebot für besonders theaterinteressierte Schüler*innen sowie der TUSCH Theater Tag zur Verankerung der Rezeption kamen bereits ab 2000 zusätzlich ins Programm.

2008 fand im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums eine Fachtagung zu „TUSCH als Modellprojekt“ statt, die Aktive und Interessierte aus allen Berufssparten und Bundesländern in den Gedankenaustausch über Kulturelle Bildung im Rahmen von Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen brachte.

2009 ging die Leitung von TUSCH Berlin an Ursula Jenni und Katrin Behrens über. Gemeinsam leiteten sie das 2008 etablierte Projektbüro im Podewil Berlin-Mitte, das mit seinen angeschlossenen Theaterräumlichkeiten ein optimales Zentrum des TUSCH-Netzwerks bildet.

Gleichzeitig mit dem Erfahrungsschatz wuchs die Vielfalt der realisierten Theaterprojekte und Begegnungsformen zwischen Schule und Theater, zwischen Schüler*innen, Lehrer*innen und Künstler*innen. Erfahrungsaustausch und Reflektion der Gelingensbedingungen innerhalb des Netzwerks wurden daher zu einem zentralen Anliegen, das in den vergangenen Jahren noch an Bedeutung gewonnen hat.

TUSCH heute

Ein regelmäßiger Newsletter, Theaterwerkstätten für Schüler*innen, gemeinsame Fortbildungsworkshops für Pädagog*innen und Theatermitarbeiter*innen, die Entwicklung der SchülerInnen-Beteiligung sowie eine kontinuierliche, inhaltlich fundierte Prozessbegleitung unterstützen den Austausch auf unterschiedlichen Ebenen.

Seit September 2012 ist Lena Blessing Projektleiterin von TUSCH Berlin.