TUSCH-Festival

Das jährliche Theater-Festival im März bildet einen Höhepunkt des TUSCH-Jahres: Die Partnerschaften im zweiten und dritten TUSCH-Jahr präsentieren die künstlerischen Ergebnisse ihrer Theaterprojekte im Podewil in Berlin-Mitte. Die Kooperationen im ersten Jahr stellen ihre Theaterprojekte in Text und Bildern im Rahmen einer Ausstellung im Foyer des Podewil vor.

 

Das TUSCH-Festival 2016

TUSCH 2016Eine Sequenz aus der Oper TOSCA am Fahrstuhl, Filmszenen aus dem Stück LIEBE INKLUSIV, in denen die Spieler*innen in prunkvollen Rokoko-Kleidern beim An- und Abschminken zu sehen sind, junge Schüler*innen, die in ihrem Stück FREUNDE, FREMDE, FERNE das Lied „Hello“ von Adele performen, eine Märchen-Lesung auf einem Sofa im Foyer… Als Startschuss des TUSCH-Festivals 2016 vom 8. bis 11. März präsentierten acht TUSCH-Kooperationen Single-Auskopplungen aus ihren Produktionen. An den verschiedensten Orten im Palais Podewil in Berlin-Mitte fanden die Theateraktionen statt, bevor es dann im Theatersaal mit der Eröffnungsproduktion HABEN WOLLEN der Schule am Pappelhof und dem Theater o. N. weiterging: 15 junge Menschen näherten sich dem Thema Begegnungen, erste zaghafte Kontakte und Versuche, das eigene Glück zu finden, auf ganz poetische Weise an und zeigten die Fülle an menschlichem Begehren und Hürden des Heran- und Zusammenwachsens.

Über die Hälfte der TUSCH-Partnerschaften haben sich dieses Schuljahr mit zwei zentralen Themen beschäftigt: Flucht und Liebe. In den Stücken wurden Grenzen mit Absperrbändern gezogen, Heimatbilder, Familienzugehörigkeit und Aufbrüche in unbekannte Welten thematisiert, Liebesbilder, Liebesformen und scheiternde Liebe reflektiert. Diese beiden Bereiche vereinend, zeigte das Stück DIE EMPATHIE-ATHLET*INNEN des Albert-Einstein-Gymnasiums und des Deutschen Theaters die Grenzen und Möglichkeiten unseres Mitfühlens für Menschen in Not.

Alle Teile des Lebens, ob politisch oder unpolitisch, nah oder fern, wurden unter die Lupe genommen: Ob demokratische und totalitaristische Prozesse innerhalb einer Gruppe Überlebender eines Flugzeugabsturzes in DER ABSTURZ der Schule an der Dahme und des Schlossplatztheaters, existenzielle Daseinsprobleme kombiniert mit Alkoholkonsum in NACHTSTIMME – KLEINES STÜCK ÜBER EIN BUCH der Paul-Schmidt-Schule und des Friedrichstadt-Palasts oder die Bewegungsabläufe von Menschen im geschäftigen Alltag einer Stadt in ZEIT-LAUF! der Schule am Friedrichshain und dem Theater an der Parkaue. Hier konnten sich die Zuschauer*innen in einer interaktiven Performance kreuz und quer durch das Tanzstudio bewegen und wurden so Teil der Dynamik des Stücks. Auch Musik war zentral in den Festival-Produktionen: das Stück FREMD BIN ICH EINGEZOGEN der Grünauer Schule und Schlossplatztheaters wurde stetig durch die Seven Nations Army Melodie in verschiedenen Variationen lyrisch vorangetrieben. Neben ernsten Themen gab es auch komödiantischen Stoff: Das Stück JUST LOVE ME! des Paulsen-Gymnasiums und des English Theatre Berlin parodierte Genrekonventionen von Teenie-, Action- und Fantasyfilmen – und das komplett auf Englisch. Nach jeder Vorstellung haben die Spieler*innen und interessierte Zuschauer*innen in Nachgesprächen über die Stücke, die Themen und die Arbeitsprozesse erzählt, nachgefragt und diskutiert.

Auf unserem TUSCH-Blog haben das TUSCH-Team und junge Rezensent*innen der TUSCH-Schulen mit Interviews und Berichten vom TUSCH-Festival 2016 berichtet: TUSCH-Blog

Bilder zum TUSCH-Festival finden sie hier!