Aktuelles

TUSCH im Deutschlandfunk!

Mut machen und Grenzen abbauen
Heute wird in Berlin das jährliche TUSCH-Festival eröffnet. Das ist gleichzeitig auch die offizielle Feier zum 20-jährigen Jubiläum des Netzwerks TUSCH, das seit 1998 versucht, mit Theatern kulturelle Bildung an Schulen zu verankern – mit Erfolg.

Von Elisabeth Gregull

 

Eine Reise ins Jahr 3025 – über das TUSCH-Projekt der Arnold-Zweig-Grundschule mit dem Fliegenden Theater
von Elisabeth Gregull

Quelle: Deutschlandfunk / Kakadu

 

20-jähriges TUSCH-Jubiläum und TUSCH Festival 2018

Macht Theater Spaß?
Ja?
Nein?
Hängt davon ab?

Ob Theater Spaß macht, war eine der vielen Fragen, die dem Publikum im Rahmen der Feier zum 20-jährigen TUSCH-Jubiläum am 6. März 2018 bei einer Umfrage während der MINI-Präsentationen gestellt wurde. Später wurden die Ergebnisse in eines der drei Jubiläumsstücke eingepflegt. Während das Publikum sie mehrheitlich mit „Ja“ beantwortete, waren die jungen Spieler*innen teilweise anderer Meinung: „Theater ist spießig und langweilig“ behaupteten sie, um es zugleich spielfreudig durch ihre körperlich präsente Darbietung selbst zu entkräften. Dass zumindest „Theaterspielen“ Spaß macht, zeigten nicht nur die MINI-Präsentationen, die Foyer, Räume und Treppenhäuser im Podewil in eine außergewöhnliche Spiellandschaft verwandelten, sondern auch die drei Jubiläumspräsentationen „20 Jahre TUSCH – Warum überhaupt Theater?“ der Ernst-Reuter-Oberschule und der Theater an der Parkaue, der Schule am Bienwaldring und des GORKI sowie der Thalia-Grundschule und des Theater o. N.

Mit ganz unterschiedlichen ästhetischen Formen – Bewegungstheater, Masken, Publikumsinteraktion, Objekttheater – erzählten die Schüler*innen in drei ineinander übergehenden Präsentationen dem Publikum ihre Gedanken zu der Frage „Warum überhaupt Theater?“: von der vorhanden und nicht-vorhandenen Bedeutung von Theater für ihr Leben, was Theater leisten sollte, was sie gerne im Theater sehen möchten, warum Theater für Menschen wichtig ist, wie es sich anfühlt, Theater zu spielen, von den Unterschieden zwischen Film und Theater, von Theaterzeit u.v.m.

Dieser rundum theatrale Aufakt war zugleich die Eröffnung  des TUSCH-Festival 2018 vom 6. bis 9. März: 16 Theaterproduktionen und Nachgespräche, 4 Theaterworkshops für Schüler*innen, 1 Ausstellung über die Partnerschaften im ersten TUSCH-Jahr sowie Hör- und Videobeiträge, Bilder und Figuren, rund 350 junge Schauspieler*innen, 45 aufgeregte Theaterpädagog*innen und Lehrer*innen und über 1000 Besucher*innen prägten drei volle Festivaltage.

Die Vielfalt der beteiligten Schulen und Theater spiegelte sich auch in den unterschiedlichen Theaterformen und Themen wider: Grundlegende Gedanken über das Glück, wie in Glücksfänger*innen (Hermann-Nohl-Grundschule/GRIPS Theater) oder Das Stück vom Glück (Bötzow-Grundschule/Komische Oper), über Künstliche Intelligenz in 100 Fragen an Künstliche Intelligenz (Käthe-Kollwitz-Gymnasium/Sophiensaele), über Höhen und Tiefen des Familienlebens wie in Ich, Mama, Papa, Einhorn & Co (Elbe-Schule/SCHAUBUDE) oder Die Gewitterwolke einer gemeinsamen Krise (Ernst-Reuter-Oberschule/Volksbühne) teilten sich die Bühne mit alltagsnahen, gesellschafts- und sozialkritischen Theaterproduktionen wie Brennen und Punkten (Gustav-Freytag-Schule/Staatsoper) oder Silence me! (Max-Beckmann-Oberschule/GORKI), die sich mit ihrem Lebensalltag im Wedding oder Hate speech auseinandersetzten – alles mit einer Mischung aus traditioneller und experimenteller Theaterkunst, mit Tanz, Beatboxing, Rap filmischen Elementen und Maskenspielen. In einer besonders virtuell-realen Interaktion befand sich das Publikum in dem als Spiel konzipierten Stück Rettet Hellersdorf der Melanchthon-Schule und des Theater an der Parkaue: die Zuschauer*innen wurden Spielfiguren zugeordnet, mussten gegen andere Gruppen antreten, Aufgaben lösen und haben sich dabei spielerisch mit den Themen Rassismus und Abschiebung beschäftigt.

Begleitet wurden die Theaterprogramme jeweils von einem Nachbereitungsgespräch, an dem Spieler*innen und Zuschauer*innen gleichermaßen teilnahmen und über die Stücke reflektierten und diskutieren konnten.

Theater spielen, Theater sehen und über Theater sprechen war nicht nur beim TUSCH-Festival 2018 ein wichtiges Motto, sondern ist seit 20 Jahren eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Theaterarbeit der seit der Gründung 1998 vermittelten rund 200 TUSCH-Partnerschaften. Sie alle waren dieses Jahr beim 20-jährigen Jubiläum und Festival 2018 in Form eines mit Schnüren an die Foyerdecke gespannten Ortsschildes – inspiriert durch das langjährige TUSCH-Logo auf gelbem Grund – präsent. TUSCH dankt allen Teilnehmer*innen für dieses bunte, tolle, spannende, manchmal auch schön-anstrengende Theaterspektakel. Auf die nächsten 20 Jahre!

Das Projekt „20 Jahre TUSCH – Warum überhaupt Theater?“ und die MINI-Präsentationen wurden freundlicherweise von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin und dem Deutschen Bühnenverein – Landesverband Berlin gefördert.

 

 


 

TUSCH goes Theaterscoutings Berlin – „SCHWEIGEN IMPOSSIBLE“ des Theater Thikwa | 24. Mai 2018

Der Vorstellungsbesuch im jeweiligen Partnertheater ist fester Bestandteil der Theater und Schul-Kooperationen bei TUSCH Berlin. Um den Blick über den Tellerrand des eigenen Partnertheaters in die Welt-Hauptstadt der freien Theater- und Tanzszene zu werfen, bieten TUSCH und Theaterscoutings Berlin zum kommenden Schuljahr ein gemeinsames Format an: Regelmäßig werden passende Vorstellungen in der freien Szene ausgesucht und zusammen mit einer exklusiven Stückeinführung/ Mini-Workshop für Schüler*innen angeboten. Wir laden herzlich ein zu:

„SCHWEIGEN IMPOSSIBLE“ des Theater Thikwa
am Donnerstag, 24. Mai 2018 ab 20:00 Uhr
im Theater Thikwa /// Fidicinstraße 40 ///10965 Berlin

Über das Stück: Wie geht das mit der Verständigung, wenn der eine schwadroniert, der andere kaum verständlich interveniert, eine Dritte behauptet, das alles zu verstehen, ein Vierter mit Gebärdensprache zu Hilfe eilt und ein Fünfter das alles in Tanz übersetzt? Eine Begegnung von Übersetzern, Dolmetschern und Besserwissern mit Körpersprachlern und Lautmalern. Über ernsthafte Versuche, heillose Verirrungen und humorvolle Konsequenzen. Eine sprach-musikalische und tänzerische Forschungsreise an den Ort der Hörbarkeit von Gedanken.

Über das Zusatzangebot für Schüler*innen: Mit einem Nachgesprächsformat für Schüler*innen.

Das Angebot richtet sich an die 10. – 13. Klassen. Die Tickets kosten 7 €. Bitte bis zum 20. März 2018 anmelden bei: lena.blessing@tusch-berlin.de