Aktuelles

TUSCH goes Theaterscoutings

TUSCH initiiert und fördert dreijährige Partnerschaften zwischen Berliner Schulen und Theatern. Der Aufführungsbesuch im jeweiligen Partnertheater ist dabei fester Bestandteil der Schul- und Theater-Kooperationen. Um den Blick über den Tellerrand des eigenen Partnertheaters in die Welt-Hauptstadt der freien Theater- und Tanzszene zu werfen, bietet TUSCH in Kooperation mit Theaterscoutings Berlin seinen Partnerschaften ein gemeinsames Format an: Es werden regelmäßig passende Vorstellungen in der freien Szene ausgewählt und zusammen mit einer exklusiven Stückeinführung oder einem Mini-Workshop für Schüler*innen angeboten. Wir laden hiermit herzlich ein zu:

„Antigone“ des RambaZamba Theater in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin am 14. Mai 2019 um 20.00 Uhr für Schüler*innen der 10. – 13. Klassen

und

„Amnesie Atlantis“ des Jungen Ensembles der Neuköllner Oper am 24. Mai 2019 um 11.00 Uhr für Schüler*innen der 10. – 13. Klassen

Weitere Informationen zu den Stücken, den darin enthaltenen Themen und den interaktiven Nachgesprächsformaten finden Sie hier: Einladung TUSCH goes Theaterscoutings!

 

Praxistag V – Die verrückte Teegesellschaft – Inklusive Theaterarbeit anhand einer literarischen Vorlage am 9. April 2019

Der Tag beginnt mit der Fahrt nach Spandau. Langsam verlässt man die trubelige Stadt und findet sich schon bald in einer harmonischen Kleinstadt mit roten Backsteingebäuden wieder. Auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstiftes befinden sich neben Pflegeeinrichtungen für Menschen mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung auch zwei Schulen: die August-Hermann-Francke-Schule – ein sonderpädagogisches Förderzentrum – und die Evangelische Schule Spandau. Die Schüler*innen beider Schulen entwickeln gemeinsam mit der Theaterpädagogin Susanne Briel, dem Tänzer Benjamin Block und den Pädagogen Werner Beusterien und Andreas Merkert eine Performance zum Thema „Die verrückte Teegesellschaft“. Nach der Vorlage der Szene aus „Alice im Wunderland“, beschäftigen sie sich mit den Fragen: Was ist eigentlich normal? Was wird als anders wahrgenommen? Gibt es überhaupt dieses „Normal“? Wie gehen wir damit um? Wie sollte man damit umgehen?

Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer*innen, geht es direkt ans Warm-Up, bei dem sich die Kinder und die Workshopteilnehmer*innen kennenlernen können. Danach folgt ein Probendurchgang des Theaterstücks „Die verrückte Teegesellschaft“. Zu sehen ist eine lange, bunte Tafel an der die Teegesellschaft in aufwendigen Kostümen ausgelassen feiert. Dabei fliegt auch schon mal ein Löffel oder ein Teller durch den Raum. Begleitet wird diese Szene von einer demonstrierenden Gruppe, auf deren Protestschildern zu Toleranz gegenüber dem „Anderssein“ aufgerufen wurde.

Nach der Probe beginnt der Fortbildungsworkshop, bei dem Methoden zur inklusiven Theaterarbeit vorgestellt und interaktiv ausprobiert werden wie bspw. Spiegel- und Berührungsübungen zum Vertrauensaufbau, die den Schüler*innen erlauben, sich näher zu kommen. Außerdem wird mithilfe der Requisiten aus der Performance gearbeitet, Rhythmusübungen mit dem Tafelbesteck ausprobiert oder der Esstisch musikalisch-theatral „aufgeräumt“, so wie es auch die verrückte Teegesellschaft versucht. Zwischen den verschiedenen Aufgaben gibt es ausreichend Zeit bei einem Stück Quiche den Effekt der Methoden zu reflektieren und zu vergleichen ob und wie sie in der Probe umgesetzt worden sind.

Mit einer konstruktiven Feedback-Runde, unter anderem anhand eines Wollknäulnetzes, schließt der Praxistag ab.

Das künstlerische Ergebnis präsentieren die Schüler*innen am Freitag, den 10. Mai 2019 aus Anlass des Aktionstages 5. Mai „#MissionInklusion – Die Zukunft beginnt mit Dir!“ in der Altstadt Spandau. Die Passanten in der Fußgängerzone werden eingeladen, an der verrückten Tafel Platz zu nehmen und so Teil der Performance zu werden. Weitere Informationen und Einladung!

 

TUSCH Festival

Vom 13. bis 15. März präsentierten Kinder und Jugendliche aus aus dreizehn TUSCH Partnerschaften von der Grundschule bis zur Berufsschule beim diesjährigen TUSCH Festival die kleinen und großen Fragen und Antworten über das Menschsein und die Gegenwart: Geschichten von Macht und Miteinander, von Ungerechtigkeit und Zukunftsvisionen, von Rebellion und Solidarität. Einen gelungenen Auftakt lieferte die Band der Arnold-Zweig-Grundschule, die das TUSCH Festival musikalisch eröffnete. Unter dem Motto „Warum halten eigentlich die meisten Menschen so gerne Reden?“ führten erstmals Schüler*innen der Peter-Ustinov-Schule durch den Eröffnungsabend. Sie begrüßten kurzweilig, moderierten mit viel Humor und präsentierten eigene künstlerischere Einlagen. In der anschließenden Eröffnungsinszenierung „Alles Zucker! Hänsel, Gretel und andere Geschwister“ der TUSCH Partnerschaft des Oberstufenzentrums Bekleidung und Mode und des Deutschen Theaters spielten zehn Jugendliche einer Willkommensklasse ihre eigene Version von „Hänsel und Gretel“. Die Jugendlichen gingen der Frage nach „Was, wenn ein Weggang von zuhause eine gute Alternative ist?“ und verbanden das Märchen kreativ mit ihren eigenen Zukunftswünschen.

In den zwei folgenden Festivaltagen präsentierten rund 300 Schüler*innen ihre Theaterproduktionen in Form von Improvisationen, biografischen Erzählungen und ausdrucksstarken Performances und zeigten dem Publikum, welche Gedanken und Gefühle sie mit Themen wie Armut, Gleichberechtigung und Zukunft in Verbindung bringen. Wer Lust hatte, sich noch intensiver über die Festivalproduktionen auszutauschen, konnte an den Nachgesprächen der beteiligten Gruppen teilnehmen, die nach jedem Programmblock stattfanden.